Management und Kooperation in der Radiologie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Niedergelassene Radiologen setzen auf „genossenschaftliche“ Praxisführung

Alternatives Zukunftsmodell für die freiberufliche Radiologie  

Heidelberg/Hamburg, 12. Mai 2015.

Die nun vollzogene Übernahme der Conradia in Hamburg, der Diagnostik München sowie der Klinik Klosterstraße in Neumünster markiert den Startpunkt der operativen Tätigkeit der DeRaG. An den insgesamt acht MVZ-Standorten, davon sieben in und um Hamburg, arbeiten 33 Ärzte und rund 180 weitere Mitarbeiter mit 25 Groß-geräten und generieren einen Jahresumsatz von rund 21 Millionen Euro. Zudem ist die DeRaG mehrheitlich am European Prevention Center Düs-seldorf und Berlin (EPC) beteiligt, in dem das internistisch-radiologische Präventionsangebot gebündelt wird. Der rechtliche Neuaufbau, bei dem die Klinik Klosterstraße als Träger der MVZ fungiert, und die wirtschaftliche Sanierung der MVZ sind weitgehend abgeschlossen. In den Umbau und in neue Geräte investiert die DeRaG 2015 rund 16 Millionen Euro, um sowohl in Hamburg als auch in München eine Patientenversorgung auf hohem Niveau sicherzustellen. Die Umbaumaßnahmen haben bereits begonnen und werden voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein.

Das Eigenkapital der DeRaG beträgt insgesamt 20 Millionen Euro. Die ab-solute Mehrheit haben 150 niedergelassene Radiologen aus 60 Praxen sowie ein Teil der angestellten MVZ-Ärzte aufgebracht. Eine Minderheit der Unternehmensanteile hält der Radiologiemanagement-Dienstleister Curagita, der die beiden Großpraxen sanierte und in die DeRaG einbrachte. Alle Radiologenaktionäre gehören dem von Curagita gemanagten Radiologienetz Deutschland an, einem Zusammenschluss von 360 unabhängigen Ärzten in 100 Praxen und 70 angeschlossenen Krankenhausabteilungen.

Der Geschäftsplan der DeRaG sieht vor, weitere Praxen zu übernehmen und so in fünf Jahren einen Gesamtjahresumsatz von 100 Millionen Euro zu erwirtschaften. Niedergelassene Radiologen können ihre Praxis an die DeRaG verkaufen oder auch gegen Aktien in das Unternehmen einbringen. Dabei ist festgeschrieben, dass die Unternehmensmehrheit immer in der Hand der Radiologenaktionäre bleibt. „So stellt die DeRaG eine echte Alternative zu den industriellen Ketten dar“, legt der freiberufliche Radiologe aus Weinheim und DeRaG-Aufsichtsrat Dr. Peter Nunninger dar. „Wir verstehen uns daher als dritten Weg neben der Freiberufler-Praxis auf der einen und industriellen Großinvestoren auf der anderen Seite. Und leisten so unseren Beitrag um die Zukunft der freiberuflichen Radiologie in Deutschland zu sichern“, so Nunninger weiter.

Mit der DeRaG haben die niedergelassenen Radiologen ihre Zukunft in die eigene Hand genommen und begegnen damit den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen wie sinkenden Honoraren, der Nachfolgemisere oder auch dem hohen Investitionsdruck, der insbesondere in der Gerätemedizin herrscht. Die Praxisführung im Verbund bei der DeRaG bietet Auswege und viele Vorteile. Neben der gesicherten Radiologenmehrheit sind dabei zum einen die Perspektiven zu nennen, die sich sowohl einem Praxisabgeber als auch Nachwuchsradiologen als geschäftsführende Gesellschafter in den DeRaG-MVZ bieten. Zum anderen verfügt die DeRaG über ein radiologieerfahrenes Managementteam, das sowohl Praxissanierungen durchführen kann, als auch die Möglichkeit bietet, Verwaltung, Geräte und IT synergetisch und kostensparend auszulagern. „Auch wenn die Ärzte in den MVZ Angestellte der DeRaG sind, können sie dennoch unternehmerische Verantwortung tragen“, erklärt Dr. Stefan Schneider, niedergelassener Radiologe aus Heidelberg und DeRaG-Aufsichtsrat. „Das ist attraktiv – das hat sich jüngst bestätigt, als wir zwei leitende Oberärzte einer renommierten Universitätsklinik als zukünftige ärztliche Leiter für unsere MVZ gewinnen konnten. So schaffen wir eine Unternehmenskultur, in dem sich die Mitar-beiter gefordert fühlen und zufrieden qualitativ hochwertige medizinische Leistungen erbringen können. Das ist für unsere Patienten und auch die zuweisenden Kollegen das Wichtigste. Und für uns als Mediziner natürlich auch“, ergänzt Schneider.

Die Deutsche Radiologienetz AG

Mehrheitlich in der Hand von niedergelassenen Radiologen übernimmt und führt die Deutsche Radiologienetz AG (DeRaG) radiologisch-nuklearmedi¬zinische Praxen im „genossenschaftlichen“ Verbund.
Die 213 Mitarbeiter, darunter 33 Ärzte, in dem Trägerkrankenhaus und den zwei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Hamburg und in Mün-chen machen derzeit einen Umsatz von rund 21 Millionen Euro.

Die DeRaG einfach erklärt: http://www.der.ag/video

Faktencheck:
Die Radiologie in Deutschland*

  • Die 7.500 Radiologen stellen mit ca. 2 % der Ärzteschaft die zweit-kleinste Fachgruppe, verantworten aber fast 4 % der Leistungsaus-gaben im Gesundheitswesen, was einem Budget von 6,5 Mrd. € ent-spricht.
  • Das GKV-Budget für die Radiologie (ca. 5 Mrd. €) teilt sich wie folgt auf:
    o    hälftig in den ambulanten und den stationären Sektor,
    o    hälftig in selbstzuweisende Teilgebietsradiologie (nichtradiologische Fachärzte mit gebietsbezogener Röntgen-Fachkunde) und die spezialisierte Vollradiologie.
  • Obwohl die Menge an Schnittbildleistungen (MRT/CT) in den letzten fünf Jahren  um 23 % (vor Effekt der „Bilderflut“ infolge Digitalisierung) gestiegen ist, ist das Honorar im gleichen Zeitraum um 13 % gesunken.
  • Die Folge des wirtschaftlichen Drucks ist deutlich sichtbar: Derzeit gibt es  39 % weniger Praxen als vor 10 Jahren, insbesondere 67 % weniger Einzelpraxen, dafür aber 57% mehr Mittel- und Großpraxen. Die durchschnittliche Anzahl an Radiologen pro Praxis stieg dabei von 1,7  auf 3,2.
  • Fast jeder fünfte niedergelassene Radiologe ist 60 Jahre alt oder äl-ter und sucht demnach in den nächsten Jahren einen Nachfolger.

www.conradia.de
www.diagnostik-muenchen.de 

Pressekontakt:
Oliver Nord,
Pressearbeit DeRaG
oliver.nord@der.ag
Tel.: 06221 5025-230

*Quellen:

  • Radiologienetz Deutschland: CuraSEQUENZ, Heidelberg, 2011 – eine Branchenanalyse, die auf einschlägige Quellen bei KBV, ZI, BÄK, Statistisches Bundesamt zurückgreift
  • Zahlen der Bundesärztekammer, veröffentlicht in: Der Radiologe Nr. 4 2015, S. 350-351.


© Curagita AG, Haus der Radiologie, Ringstr. 19 B, 69115 Heidelberg.